IUI, IVF, ICSI oder ROPA | Baby-Strategie à la Carte

Shownotes

Wie bekommen zwei Frauen eigentlich ein Kind? Was zunächst nach einer einfachen Frage klingt, führt schnell in einen Dschungel aus medizinischen Begriffen, Behandlungsmöglichkeiten und persönlichen Entscheidungen.

In dieser Folge schauen wir uns die verschiedenen Wege genauer an: Was passiert bei einer Insemination? Wie unterscheiden sich IVF und ICSI? Und was steckt hinter der ROPA-Methode, bei der sich beide Partnerinnen körperlich an der Entstehung und Schwangerschaft beteiligen können?

Dabei sprechen wir nicht nur über die medizinischen Abläufe, sondern auch darüber, was die einzelnen Methoden im Alltag bedeuten: Hormone, Untersuchungen, Eingriffe, Erfolgschancen, Kosten und viele Termine, die mit Arbeit und Privatleben vereinbart werden müssen. Und natürlich geht es auch um die Frage, welche Belastungen wir unserem Körper und unserer Psyche zumuten möchten.

Eine Folge über Insemination, IVF, ICSI und ROPA - und über die Erkenntnis, dass es bei der Wahl einer Kinderwunschbehandlung nicht nur um Zahlen geht, sondern auch um Vertrauen, Sicherheit und das eigene Bauchgefühl.

Denn alle Möglichkeiten zu kennen, ist das eine. Sich für einen Weg zu entscheiden, etwas ganz anderes.


Shownotes:

Intrauterine Insemination (IUI): DocCheck Flexikon – „Intrauterine Insemination“

IVF-Erfolgsraten: European Sperm Bank – „IVF-Erfolgsraten“

ICSI und Kinderwunsch: BabyFORTE – „ICSI und Kinderwunsch: Ablauf, Chancen und Unterstützung“

ROPA-Methode: IVF-Spain – „Die ROPA-Methode“

ROPA-Verfahren: Kinderwunschklinik Eugin – „ROPA-Verfahren“

Risiken der Eizellspende: Egg and Nest – „Eizellspende: Risiken“

Musik: „Flashback" von Johnathon M. Horner (Beat Mekanik / JMHBM) Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) Quelle: https://freemusicarchive.org/music/beat-mekanik/single/flashback/

Sound Effect: „Notification Sound – Type 20 (No Copyright)" von RibhavAgrawal, veröffentlicht auf Pixabay. Lizenz: Pixabay Content License – kostenlos nutzbar, keine Namensnennung erforderlich. Quelle: https://pixabay.com/sound-effects/film-special-effects-notification-sound-type-20-no-copyright-410276/

Sound Effect: „Heartbeat" von JasperL91 (Freesound), veröffentlicht auf Pixabay. Lizenz: Pixabay Content License – kostenlos nutzbar, keine Namensnennung erforderlich. Quelle: https://pixabay.com/sound-effects/people-hearbeat-71701/

Transkript anzeigen

00:00:00: Insemination, IVF, ICSI, ROPA.

00:00:04: Vor ein paar Jahren hätten wir mit diesen Begriffen kaum etwas anfangen können.

00:00:08: Heute begegnen sie uns überall auf unserer Kinderwunschreise.

00:00:12: In den letzten Folgen haben wir erzählt, wie diese Reise für uns begann mit zwei Fehlstarts und der Frage, ob wir heiraten sollten, vor allem aus rechtlichen Gründen.

00:00:21: Wenn ihr neu dabei seid, hört gerne noch einmal rein.

00:00:24: Heute schauen wir uns die verschiedenen Wege an, wie lesbische Paare ein Kind bekommen können.

00:00:29: Was steckt hinter den Begriffen, was passiert dabei und was bedeutet das im Alltag?

00:00:34: Ein verständlicher Überblick durch den Kinderwunschdschungel, damit ihr wisst, worüber wir sprechen.

00:00:38: Let's go.

00:00:48: Bonjour.

00:00:49: Wir sind Lisa und Kate.

00:00:50: Wir sind seit acht Jahren ein Paar, verheiratet binational und planen seit drei Jahren Eltern zu werden.

00:00:56: In unserem Podcast nehmen wir euch mit auf unsere ganz persönliche Kinderwunschreise.

00:01:00: Von den ersten Überlegungen über Arzttermine bis hin zu den vielen kleinen und großen Fragen, die sich dabei stellen.

00:01:06: Emotional, ehrlich und mit den Fakten, die wir uns selbst gewünscht hätten.

00:01:11: Willkommen bei unserem Podcast Mamas in der Mache.

00:01:24: Wie kriegen zwei Frauen ein Kind?

00:01:27: Das klingt fast wie ein Witz.

00:01:29: Nein, es ist einfach eine Frage, die ich mir selbst gestellt habe als Betroffene.

00:01:33: Deswegen weiß ich auch, dass Leute, die außerhalb von der LGBTIQ Sphäre auch sowas nicht wissen.

00:01:43: Wusstest du, dass wir so viele Optionen haben, bevor du selbst damit konfrontiert bist?

00:01:48: Nicht ganz.

00:01:49: Ich glaube, einige von den im Intro genannten Methoden kannte ich, aber ich hätte nicht genau die Unterschiede nennen können.

00:01:58: Und ich finde diese Folge deswegen unglaublich wichtig.

00:02:00: Denn wie du schon sagst, gab es tatsächlich ein paar Fragen und auch Kommentare, die mich verblüfft ließen.

00:02:10: Denn die Wahrnehmung, wie wir ein Kind kriegen könnten, ging fern von dem, wie es eigentlich abläuft.

00:02:17: Und das hat jetzt nichts mit den verschiedenen Methoden zu tun, die wir genannt hatten.

00:02:20: Hast du dein konkretes Beispiel?

00:02:22: Wir wurden beispielsweise gefragt, ob wir in eine Bar gehen an einem Abend und einfach mal Geschlechtsverkehr mit einem Mann haben, um dadurch dann das mögliche Kind zu bekommen.

00:02:36: Dieses Kind natürlich hinter dem Rücken von dem Mann.

00:02:40: Genau.

00:02:40: Und es schien für die Personen, die tatsächlich entweder gefragt haben oder sogar die Annahme getroffen haben, die einzige Möglichkeit in dieser Welt für uns ein Kind zu bekommen, indem wir nämlich wirklich Geschlechtsverkehr hatten.

00:02:53: Ich bin ganz Ehrlich, ich war 36 Jahre alt, als wir unseren ersten Termin in der Kinderwunschklinik gehabt haben und es gab viele von den Prozederen, wovon ich nie gehört habe.

00:03:04: Natürlich war es mir aber klar, dass es auch medizinisch eine Alternative für uns gibt und dass wir nicht unbedingt den Spaß, den wir nicht haben, haben sollten, um schwanger zu werden.

00:03:15: Das war für uns auch wichtig, uns diese Fragen zu stellen, weil hätten wir die Option der Bar gewählt, dann muss ich mich an diese schönen Wörter von meinem Ehemal Trainer, der mir gesagt Ach, wir Männer, wir sind käuflich einfach nur ein Cocktail bezahlt und wir machen dir das Kind.

00:03:31: Ja, wenn ihr auch Lust auf Kotzen habt hinter dem Lautsprecher.

00:03:35: Das war genau das Gefühl, das ich in dem Moment hatte.

00:03:38: Im Gegenzug dazu, wenn wir durch eine Kinderwunschklinik das ganze Projekt angehen, dann müssen wir natürlich was bezahlen.

00:03:45: Und das war wichtig für uns zu wissen, okay, was sind die Optionen finanziell?

00:03:50: Was sind die Optionen, die medizinisch auch zu uns passen?

00:03:54: Weil, naja, wir haben das erwähnt in den vorherigen Episoden, wir haben Endometriose und das macht das Ganze ein bisschen schwieriger und nicht alle Optionen sind dann offen.

00:04:04: Genauso aber auch mit was fühlt man sich wohl?

00:04:07: Also aber nicht nur in Bezug auf Endometriose, sondern was ist auch für uns und unseren Körper individuell gesehen die beste Variante?

00:04:16: Also womit fühlst du dich wohl, wenn es zum Beispiel darum geht, Hormone einzunehmen etc.

00:04:21: Da gibt es ja Verschiedenes, was man da einmal durchspielen und durchsprechen kann und muss.

00:04:27: Und natürlich auch wo sind die Erfolgschancen am höchsten?

00:04:30: Und da wo sie am höchsten sind, kann man sich ja vorstellen, sind die Preise dementsprechend auch höher.

00:04:34: Also es war und ist ein Abwägen.

00:04:37: Und letzter Punkt, bevor wir in die Begriffe eintauchen, es ist auch eine organisatorische Frage.

00:04:43: Also wir sprechen nicht über einen Abend in einer Bar, wir sprechen über ein längere Prozess und das muss man in einem regulären Alltag irgendwie vereinbaren können.

00:04:55: Das besprechen wir gleich wieder.

00:04:57: Lass uns mit dem Begriff Insemination starten.

00:04:59: Mit dem Begriff Insemination können die meisten wahrscheinlich noch etwas verbinden.

00:05:03: Im fachlichen Kreise wird das IUI genannt und das steht für intrauterine Insemination.

00:05:13: Und das bedeutet einfach, dass in dieser Art der künstlichen Befruchtung die Spermien in die Gebärmutterhöhle, also ganz nah an der gereiften Eizelle, gebracht werden.

00:05:28: Und das kommt dem Heterozis Geschlechtsverkehr am nächsten.

00:05:32: Kann man so sagen?

00:05:33: Genau, man könnte sagen, es ist eine Abkürzung für die Spermien.

00:05:36: Also die haben einen kürzeren Weg, sind näher dran an der Eizelle.

00:05:40: Und das kann in der Klinik gemacht werden.

00:05:44: Es kann aber auch tatsächlich zu Hause gemacht werden, Do it yourself.

00:05:47: Heutzutage kann man diese Accessoire sogar steril online kaufen und da wird es machbar, quasi bei sich zu Hause ein Kind zu zeugen, allerdings nicht auf die Art und Weise, wie man sich das normalerweise vorstellt.

00:06:01: Spermien wiederum kann man nicht von einer Samenbank bekommen, weil diese Samenbänke nur mit Kinderwunschklinik arbeiten.

00:06:09: Das heißt, wenn man das zu Hause macht, dann sollte man auch selbst die Samen besorgen.

00:06:15: Genau, zum Beispiel über einen privaten Spender oder jemanden aus dem Bekanntenkreis, je nachdem, wie man das machen möchte.

00:06:23: Vom Ablauf her kann man sich das so vorstellen, sei es in der Klinik oder zu Hause, dass man erst mal den Zyklus beobachtet.

00:06:31: Also gerade in der Klinik ist es so, dass sie nicht direkt einen Versuch starten, wenn man Hallo, ich glaube, ich habe jetzt heute mein Eisprung könnte auch morgen sein.

00:06:40: Sondern man beobachtet das schon einen Monat lang und macht das dann über Ultra Ultraschall, wo man auch beobachten kann, wie die Eibläschen heranwachsen, wie viele es gibt.

00:06:53: Und es wird auch Blut abgenommen, um halt wirklich ganz genau zu messen, wann der Eisprung kommen könnte.

00:07:01: Ich sage könnte, weil wie gesagt, das ist ein Zusammenspiel zwischen Ultraschall und Blutbild.

00:07:07: Und das bedeutet natürlich mehrmals in die Klinik zu kommen, um halt wirklich den genauen Tag zu bestimmen.

00:07:13: Man muss sagen, das ist schon ein großer Vorteil, wenn man alle diese Informationen hat, weil das perfekte Fenster zu finden, um zu schießen, ist nicht immer ganz easy.

00:07:25: Deswegen gibt es auch noch eine kleine Hilfe.

00:07:30: Wenn man richtig wissen möchte, wann der Eisprung stattfindet, gibt es eine sogenannte Auslöserspritze, die auch bei Bedarf eingesetzt werden kann.

00:07:40: Und innerhalb von 24 Stunden nach dieser Spritze entsteht der Eisprung, was ermöglicht, dass man einen Termin zum Beispiel in der Kinderwunschklinik macht und die Insemination programmiert.

00:07:52: Das soll die Erfolge Chancen erhöhen.

00:07:56: Also wenn man dann den Termin bei der Kinderwunschklinik hat, ob man nun die Auslöserspritze davor hatte oder nicht, läuft es so ab im Hintergrund, was man ja selber nicht so ganz mitbekommt, dass das Sperma noch mal aufbereitet wird.

00:08:10: Das heißt in heterosexuellen Beziehungen, wenn der Mann jetzt Spermien spenden würde oder eine Samenspende abgeben würde, dann würde das noch mal im Labor so aufbereitet werden, dass man wirklich nur die Spermien hat.

00:08:23: Also die ganzen anderen Samen, Flüssigkeiten und was da alles noch mit reinkommt, wird halt gefiltert, so dass man wirklich nur die reine Fortpflanzungssamen hat.

00:08:33: Wenn man das jetzt so sagen kann,.

00:08:35: Wie du das gesagt hast, wenn ein Partner sein Sperma zur Verfügung stellt, dann gibt er diese Aufbereitung und das passiert auch in einer Samenbank.

00:08:47: Aber man darf auch nicht vergessen, dass die Spender schon einen Schritt vorab quasi ausgewählt werden.

00:08:53: Also sie müssen gesund sein.

00:08:54: Also es gibt mindestens in meinen Gedanken schon zweimal mehr Vorbereitung oder Zubereitung quasi von den Samen, wenn sie von einem Samenbank kommen.

00:09:08: Damit sage ich nicht, dass es besser ist, sondern es gibt zwei Etappen dort.

00:09:13: Mit dem zubereiteten Sperma geht man zum nächsten Schritt und man führt diese Sperma in die Gebärmutterhülle anhand eines dünnen Schlauch.

00:09:24: Genau, und das ist auch von den Behandlungsmethoden, die wir vorstellen, die einzige, die nicht invasiv ist, also die keine Operation benötigt.

00:09:38: Also Option 1 der natürliche Zyklus wird identifiziert, man hat das richtige Zeitfenster, um die Befruchtung erfolgen zu lassen und die Qualität des Spermas, der Körper der Frau, alles ist im Einklang und die Frau wird schwanger.

00:09:57: Szenario 2 Es funktioniert leider nicht.

00:09:59: Und dann würde die Kinderwunschklinik natürlich eine Unterstützung durch Hormonen anbieten.

00:10:06: Ich möchte nur einmal hinzufügen, dass es nicht unbedingt heißt, dass man direkt nach dem ersten Versuch übergeht in weitere Mittel, um eine Schwangerschaft herbeizuführen.

00:10:16: Das ist natürlich immer im Ermessen der behandelnden Personen und auch in Beratung der Ärztin oder des Arztes.

00:10:26: Das muss man immer schauen.

00:10:28: Generell gehen wir gleich noch mal auf die Erfolgschancen ein und warum da eine Unterstützung dann tatsächlich auch interessant wäre.

00:10:36: Ich fasse noch kurz zusammen.

00:10:38: Eine Behandlung ohne Hormonunterstützung würde erfolgen, wenn der Zyklus stabil ist, wenn es genug reife Eibläschen gibt und dann wäre der Eingriff in den natürlichen Ablauf des Körpers geringer als mit einer hormonellen Unterstützung, wenn der Körper wiederum diese Unterstützung braucht.

00:10:59: Das heißt auch, dass die Eizellen dabei unterstützt werden zu wachsen.

00:11:07: Das ist eigentlich das Ziel von einer hormonellen Unterstützung.

00:11:10: Es gibt dabei zwei Varianten, einmal mit Tabletten und einmal mit Spritzen.

00:11:16: Wenn man die Tabletten nutzt, dient das eigentlich vielmehr dazu, dass wirklich eine Eizelle anreift, währenddessen, wenn man auf die Spritzen zurückgreift.

00:11:29: Das Ziel dahinter ist, dass man mehrere Eizellen gleichzeitig wachsen lässt.

00:11:34: Das hören wir dann auch noch mal gleich in einer anderen Behandlungsmethode, wo das eben auch genutzt wird.

00:11:39: In dem Fall der Spritzen können also mehrere Eizellen einfach reifen, was aber auch dazu führt, dass mehr als eine Eizelle befruchtet werden kann.

00:11:52: Deswegen sagt man oder Babyboom auch ja, aber man klärt in der Kinderwunschklinik auf, dass es natürlich zu Zwillinge oder Mehrlinge führen kann.

00:12:04: Also man sollte sich schon dem Risiko Bewusstsein.

00:12:08: Ich finde aber Risiko klingt schon so negativ.

00:12:11: Das ist aber mehr Arbeit für den Körper und für ein ganzes Leben.

00:12:15: Also finde ich auch interessant, wenn man in die Richtung geht, dass man das weiß.

00:12:22: Reden wir über die Erfolgschancen, weil im Endeffekt, das spielt eine Riesenrolle in der Entscheidung, welche Methode man nehmen möchte für sich.

00:12:33: Ich weiß nicht, ob es jedem oder jeder bewusst ist, wie hoch bzw.

00:12:41: Wie tief die Erfolgschancen für eine Schwangerschaft bei einem regulären Verkehr zwischen zwei cis Hetero Personen.

00:12:53: Wusstest du das, bevor es uns erwähnt worden ist?

00:12:56: Es liegt bei 10 bis 15 Prozent pro Versuch.

00:13:02: Es ist sowas von nichts.

00:13:05: Ja, und deswegen, als wir das erfahren haben, habe ich tatsächlich Schwangere ganz anders gesehen und habe gedacht, krass, es ist keine Lotterie, so weit sind wir noch nicht.

00:13:16: Aber es ist schon ein echtes Glück, dass man schwanger wird, dass alle Parameter passen und es möglich ist, schwanger zu werden.

00:13:25: Und da versteht man, es ist lustig, aber da versteht man, warum die Leute gratulieren.

00:13:31: Also ich habe lange gedacht, boah, warum gratuliert man zur Schwangerschaft?

00:13:34: Die haben einfach nur zack zack im Bett gemacht.

00:13:37: Aber nein, das ist einfach viel schwieriger als das.

00:13:40: Und bei der Insemination, das führt auch dazu, dass oft mehrere Versuche nötig sind.

00:13:46: Das sollte man schon im Kopf sein, wenn man diese Methode als erste Versuch nimmt.

00:13:52: Erst mal vielleicht um psychologisch vorbereitet zu sein, aber um zu wissen, okay, ich werde nicht nur ein Versuch bezahlen, sondern ich werde sehr wahrscheinlich mehr davon.

00:14:00: Und wenn man das vergleicht zu anderen Methoden, die wir später erwähnen werden, die vielleicht höhere Erfolgschancen haben, die aber deutlich teurer sind, das ist echt schwierig, alles in die Waage zu legen.

00:14:13: Also zusammengefasst können wir für diese Behandlungsmethode sagen, dass die relativ einfach wirkt.

00:14:18: Also man muss sich nicht einer OP unterziehen.

00:14:21: Man hat lediglich in Anführungsstrichen Arzttermine, die man häufiger wahrnehmen muss.

00:14:27: Es ist also alles im Rahmen, aber trotzdem muss man sich schon durchtakten.

00:14:31: Man muss sich abstimmen, sei es mit der Arbeit, mit dem Privatleben.

00:14:35: Also es ist schon Aufwand verbunden, neben den ganzen finanziellen natürlich und auch den, sag ich mal, der Aufregung, die man seinem Körper dann ja auch einsetzt.

00:14:45: Vor allem, wenn es tatsächlich dahin geht, dass man doch Hormone nehmen möchte oder muss.

00:14:50: Ich weiß nicht, wie es sich bei dir angefühlt hat bei mir.

00:14:53: Das war auch richtig dieser Gedanke.

00:14:55: Ja, das ist der natürlichste Weg, der uns zur Verfügung steht.

00:15:02: Das war mein Gedanke dabei zu sagen, okay, wenn dann natürlich dann auch bitte ohne Hormone und so.

00:15:08: Es ist natürlich kein Wunschkonzert.

00:15:12: Also man kann starten damit, wie man es sich wünscht.

00:15:15: Der Körper macht das am Ende, wie er es möchte.

00:15:20: Die Insemination hat uns interessiert, weil es so ein relativ natürlicher Prozess war.

00:15:26: Und trotz der Tatsache, dass wir schon mehr oder weniger Daten konnten wir uns vorstellen, haben wir uns weiterhin beraten lassen, weil es uns wichtig war, eigentlich die weitere Option zu kennen.

00:15:38: Und die nächste Option ist die IVF, die In vitro Fertilization.

00:15:45: Einmal kurz zu dem Begriff In vitro Fertilization.

00:15:49: In vitro bedeutet im Glas und Fertilization Befruchtung.

00:15:53: Das bedeutet, wir befinden hier uns zum ersten Mal bei einer Befruchtung außerhalb des Körpers.

00:15:58: Im Groben bedeutet das, die Eizellen werden entnommen, mit dem Spermien im Petriglas verbunden und dort hofft man, dass was heranwächst.

00:16:06: Kurz, Eizellen und Sperma haben ihr Date im Labor.

00:16:13: Wieso sollte man auf diese Methode zurückgreifen?

00:16:15: Oft ist es der nächste logische Schritt, wenn die Insemination nicht funktioniert oder weil man, sagen wir, ungeduldig ist aus guten Gründen oder einfach nur, weil man eine ungeduldige Person ist und man möchte einfach schneller vorankommen.

00:16:29: Aber es können auch medizinische Gründe geben, die dazu führen, zum Beispiel bei uns, wir reden oft über Endometriose.

00:16:38: Was ist Endometriose?

00:16:39: Noch einmal kurz gesagt, das sind Gewebe, die normalerweise sich im Uterus, im Gebärmutter befinden, die an anderen Organen wachsen.

00:16:50: Es kann passieren, dass so ein Gewebe im Eileiter wächst und es führt dazu, dass sie einfach wie verstopft sind.

00:16:58: Das heißt, die Eizellen können sich nicht bewegen in die Richtung, in die sie sich bewegen sollten und das heißt, die werden nie von einer Spermie befruchtet.

00:17:11: Was macht man in dem Fall?

00:17:12: Man entnimmt diese Eizelle, macht man die in eine Petrischale und organisiert diesen Date zwischen Sperma und Eizelle, damit es tatsächlich zu einer Befruchtung kommen kann.

00:17:25: Wie kann man das überhaupt herausfinden?

00:17:28: Jetzt in dem Falle Eileiter Verstopfung.

00:17:30: Man kann eine Eileiterspülung machen, das heißt, man kann einmal überprüfen lassen, geht überhaupt Flüssigkeit durch oder liegt hier eine Verstopfung eventuell vor.

00:17:40: Das ist tatsächlich etwas, das ist nicht was man spürt oder was auch immer, sondern das kann wirklich einfach vorkommen und dazu führen, dass wie du sagst, nie etwas ankommt.

00:17:49: Und das ist wieder noch einmal ein Vorteil, wenn man in einer Kinderwunschklinik diese ganzen Prozess macht, weil auch für ein heterosexuelles Paar, wenn es nicht funktioniert, dann weißt du eventuell nicht, dass du da irgendwas hast, was eigentlich nicht den Weg von den Eizellen ermöglicht.

00:18:05: Also sei es so, dass ich in einer heterosexuellen Beziehung wäre, würde ich tatsächlich, wenn ich sage, wir packen den Kinderwunsch jetzt an und wir versuchen es ein Jahr und es klappt einfach nicht, was wie gesagt bei der niedrigen Erfolgschance Rate ja sein kann, aber nach einem Jahr kann man sich schon mal fragen, stimmt da was nicht, Würde ich tatsächlich auch diese Überprüfung machen, finde ich, gilt das dann für beide Seiten.

00:18:33: Das heißt, dass ich mich einmal durchchecken lasse, ist alles in Ordnung bei mir, aber genauso dann auch mein Partner.

00:18:39: Und danach kann man sich ja immer noch dafür entscheiden, will man den Weg mit einer Kinderwunschklinik gehen oder nicht.

00:18:44: Das ist ja auch das, was wir in unserer ersten Folge auch gesagt haben, dass das schwanger werden bzw.

00:18:50: Der Weg dahin immer noch so leichtes Tabuthema ist.

00:18:53: Das heißt, man weiß gar nicht, wie lange hat es denn jetzt gedauert, außer man bespricht das vielleicht im engen Freundeskreis aber das ist eben dieser Trugschluss, wo man sich dann schnell unter Druck setzt, weil es werden doch alle schwanger.

00:19:07: Warum dauert denn das jetzt hier so?

00:19:09: Ja, das stimmt.

00:19:10: Aber lass uns einfach den Ablauf kurz zusammen durchgehen.

00:19:15: Die Hormonbehandlung hier ist keine Option im Gegenzug zu der Insemination.

00:19:21: Das heißt, mehrere Eizellen müssen gleichzeitig wachsen, weil mehrere werden auch entnommen, um die Chancen auch zu erhöhen, weil zwischen Entnehmen, Befruchten und sich weiterentwickeln lassen, dann können sehr viel auf dem Weg ausfallen.

00:19:41: Das heißt, im besten Fall hat man schon mehrere Eizellen entnommen.

00:19:46: Dafür kriegt die Frau täglich Spritzen und wird regelmäßig kontrolliert mit Ultraschall und Blutabnahme.

00:19:56: Man muss sagen, diese Spritzen, die pushen einfach den Körper.

00:20:00: Also man kann das Gefühl haben, dass man den Körper so dopt, um mehr zu produzieren.

00:20:07: Und ich weiß aus dem Freundeskreis, dass das Gefühl, auch den Bauch vollgepumpt zu haben, auch entstehen kann, weil man so viel produziert auf einmal, was man nie in einem normalen Monat ohne eine hormonelle Unterstützung erleben würde.

00:20:22: Aber nicht nur das.

00:20:23: Also ich habe auch mitbekommen, dass es eben nicht nur dann quasi im unteren Bauchbereich eine Veränderung gibt, die man spürt, sondern es kann halt auch mit echt heftigen Nebenwirkungen kommen, also mit mit Übelkeit, mit Schwächeanfällen, also bis hin zu man kann gerade nicht arbeiten, weil es, also es ist wirklich ein krasser Eingriff in den hormonellen Haushalt einer Person.

00:20:46: Ich finde das gut, dass du das betonst, weil wir letztens wieder dieses Gespräch gehabt haben mit einem Mann, den wir sehr gern mögen aus dem Freundeskreis, dem es nicht bewusst war, was Hormone im Körper einer Frau, also sei es in der Form von einer Pille, von einer hormonellen Behandlung, was es eigentlich mit dem Körper macht.

00:21:09: Man denkt, oh ja, das ist einfach nur so ein bisschen Unterstützung.

00:21:12: Nein, nein, das ist auch sehr, sehr anstrengend für den Körper und und kann auch langfristige Folgen haben.

00:21:20: Lass uns zu dem nächsten Schritt gehen.

00:21:23: Jetzt sind wir bereit.

00:21:24: Der Körper ist vollgepumpt, es gibt genug Eibläschen, aber die müssen auch noch rauskommen aus dem Eierstock, Deswegen nutzt man die Eisprungspritze in dem Fall.

00:21:34: Das wird alles komplett gesteuert vom Timing her, weil natürlich die Eizellenentnahme danach kurzfristig.

00:21:42: Erfolgen soll und dadurch, dass man ja nicht irgendwie mehrmals, sage ich mal, diesen Eingriff machen möchte, deswegen auch die Hormone, damit man mehrere Eizellen direkt auf einmal heranwachsen lässt, ist eben das Timing super, super wichtig.

00:21:56: Und dann folgt die Eizellentnahme unter einer OP, die meistens lokal erfolgt, das heißt, die Person ist wach und es wird über eine Nadel in den vaginalen Eingang werden die Eizellen entnommen.

00:22:12: Dann kommt die Befruchtung, die Eizellen wurden erfolgreich entnommen, die werden zu den Spermien geführt und man lässt die Magie erfolgen.

00:22:27: Und während man die beiden dann so machen lässt oder die Millionen und die eine Eizelle im jeweiligen Glas, sorgt man natürlich dafür im Labor, dass die Konditionen stimmen, also die Temperatur etc.

00:22:40: Und was da eben gemacht wird, die werden beobachtet.

00:22:44: Und wenn es dann wirklich zu einer erfolgreichen Befruchtung kommt, wird die befruchtete Eizelle wieder in den Körper der Frau, also in die Gebärmutter oder der Person eingesetzt.

00:22:56: Dann muss man ein bisschen Geduld haben, also wie bei einem regulären sexuellen Verkehr, wie bei einer Insemination.

00:23:05: Zwei Wochen sind nötig zwischen dem Eisprung und der Feststellung einer Schwangerschaft.

00:23:12: Die magischen zwei Wochen oder die Hölle,.

00:23:16: Also das sind keine zwei Wochen Gefühl sind das ja wahrscheinlich zwei Jahre.

00:23:20: Lass uns das sagen.

00:23:21: Diese Methode der IVF ist deutlich intensiver als Insemination und auch invasiver.

00:23:29: Man hat das Gefühl oder man hat auch tatsächlich mehr Kontrolle auf den ganzen Vorgang, aber das ist schon ein großer Eingriff in den Körper.

00:23:38: Ja, und generell finde ich auch für die Psyche sind das auch Strapazen.

00:23:42: Also auch wieder, du musst die Termine koordinieren, du musst mit den Hormonschwankungen dann umgehen können, die durch die Spritzen passieren.

00:23:52: Nebenbei musst du dein Leben noch ganz normal leben und arbeiten.

00:23:54: Also ich finde, das ist wirklich nicht ohne.

00:23:56: Da sind auch mehr Termin tatsächlich dadurch, dass man eigentlich alle diese Hormone Unterstützung hat, dass man die Entnahme hat, dass man wieder einsetzen muss und so weiter.

00:24:06: Also auf jeden Fall für das Planning auch noch ein bisschen anstrengender.

00:24:12: Und zu den Erfolgschancen, da liegen sie auf jeden Fall höher als bei der Insemination, aber auch immer noch nicht enorm, meiner Meinung nach.

00:24:23: Ich habe wirklich damals gedacht, als wir von der Methode gehört haben, ja, das ist doch safe.

00:24:28: Also wenn die befruchtete Eizelle in den Körper wandert, was soll denn da groß passieren?

00:24:34: Also ich war wirklich der Meinung, man ist dann bei einer Erfolgschance von 60.

00:24:39: Prozent, ne, 30 bis 40 Prozent sind das tatsächlich.

00:24:44: Also muss man immer noch im Blick haben.

00:24:47: Es ist vielleicht ernüchternd für ein paar Leute das zu hören, aber für mich, das ist viel wichtiger realistisch zu sein, wenn ich so ein großes Vorhaben habe, als einfach eine krasse Enttäuschung zu haben.

00:25:02: Absolut.

00:25:03: Mit den beiden Behandlungsmethoden im Hinterkopf habe ich damals tatsächlich für mich gedacht, ich habe Anonymiose direkt in der Gebärmutter.

00:25:13: Ich glaube, ich springe direkt zu der Methode, weil trotz der Kosten, trotz der widrigen Umstände habe ich gedacht, na ja gut, dann einmal durch Augen zu und durch sozusagen.

00:25:26: Aber dann habe ich es geschafft, dann habe ich wieder abgeweckt.

00:25:29: Na Gut, 30 bis 40 Prozent, das ist jetzt auch nicht viel.

00:25:33: Und da setze ich meinen Körper so sehr unter Strapazen und bin wahrscheinlich noch super gestresst mit all den Terminen und generell mit meinem Körper, der sich verändert.

00:25:42: Will ich das?

00:25:42: Möchte ich das?

00:25:46: Und mir vorzustellen, dass du da auch mehrmals unters Messer muss sozusagen, also operiert wirst, zusätzlich zu den ganzen Stress, der dazugehört, dachte, weiß ich nicht.

00:26:00: Irgendwo muss man auch ein bisschen optimistisch sein.

00:26:03: Also bei mir, das war so, ich hatte noch keinen Versuch hinter mir und ich bin neugierig.

00:26:09: Ich möchte einfach wissen, was mein Körper ohne große Unterstützung schafft.

00:26:17: Deswegen konnte ich mir die IVF vorstellen, aber nicht als Plan A.

00:26:21: Siehst du?

00:26:22: Und da dachte ich halt ganz anders Optimismus.

00:26:24: Ja, aber ich dachte mir, gut, ich weiß doch, welche Probleme mein Körper gerade hat, dann helfe ich denen noch mal ein bisschen und gebe ihm gleich die Methode, die vielleicht erfolgsversprechender ist.

00:26:38: Aber das finde ich halt so schön an dir, dass du da wirklich, obwohl ja gesagt worden ist, da hast du einen Endometrioseherd da auch noch, da auch noch, dass du sagst, ja gut, das sind jetzt Kosten, die auch mit verbunden sind, aber ich vertraue einfach meinen Körper und wir schauen einfach mal, was möglich ist.

00:26:56: Also ich bin auch nicht stur.

00:26:58: Würde es so fünfmal nicht funktionieren, vielleicht sogar früher, dann würde ich mich auch einreden lassen, dass es nicht die richtige Option ist.

00:27:08: Aber ich glaube, das ist auch, naja, ich habe auch keine Nostalgie zu sagen, ich kann das nicht im Bett zu Hause machen oder So, aber die IVF ist schon viel mehr noch viel, viel mehr Künstliches und ich glaube in meinem Psyche, das spielt eine Rolle auch zu sagen, ey, lass einfach erst mal meinen Körper herausfordern, der zeigt einfach mal, was er kann.

00:27:38: Und dann bin ich noch ein bisschen näher an diesem natürlichen Geschehen des Lebens sozusagen, um ein Kind zu kriegen.

00:27:48: Kommen wir zu einer weiteren Behandlungsmethode, von der ich wirklich jetzt erst vor ein paar Jahren gehört habe, eben weil sie im Bekanntenkreis bei uns kaum genutzt worden ist.

00:28:01: Und das ist die ICSI, Abkürzung ICSI.

00:28:05: Und ich muss es echt vorlesen, weil ganz doller Zungenbrecher.

00:28:10: ICSI steht für intrazytoplasmatische Spermieninjektion.

00:28:16: Die Grundidee ist eigentlich, ICSI ist ähnlich wie die IVF, aber geht tatsächlich noch eine Stufe höher und ist damit noch erfolgversprechender.

00:28:28: Das ist sehr selektiv.

00:28:29: Man schmeißt nicht quasi eine riesige Meute an Spermien auf eine kleine Eizelle los, sondern man nimmt ein einzelnes Spermium, das direkt reingespritzt wird in die Eizelle.

00:28:46: Wenn du daran denkst, es ist Wahnsinn, oder?

00:28:49: Dass man auf so eine kleine Skala sowas machen kann.

00:28:54: Also ich habe das Bild im Kopf, weil ich das natürlich gegoogelt habe und du siehst richtig, wie diese kleine, ich weiß nicht, ob es ein Nadel ist oder so, in die Eizelle, also in das Eibläschen reingeht und da ein einzelnen guten Spermium eingeführt wird.

00:29:14: Das sollte man sich wirklich mal anschauen.

00:29:15: Und ich glaube, das ist auch der Moment, wo die Leute im Labor sagen, Arbeit,.

00:29:21: Das ist genau, wie man sich einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin im Labor.

00:29:25: Vorstellt, weiß ich nicht so richtig, weil ich weiß nicht, ob das nicht irgendwann totale Routine ist.

00:29:30: Aber zu Beginn stelle ich mir das spannend vor, wirklich ein einziges Spermium unter diesen ganzen Millionen, die da so rumschwimmen, rauszuziehen und nicht plötzlich in der Eizelle gespritzt zu merken, ach fuck, waren jetzt.

00:29:46: Doch 5, kann sowas passieren?

00:29:50: Ich glaube, solche Fehler können schon passieren, oder?

00:29:52: Oder du hast einfach den Faoli genommen.

00:29:55: Naja, ich glaube, die sind kompetent genug, um die richtigen auszuwenden.

00:29:58: Genau.

00:29:58: Also das heißt, für die Person, die sich der Behandlung unterzieht, gibt es eigentlich gar keinen Unterschied.

00:30:05: Also das ist wirklich haargenau derselbe Vorgang wie bei der IVF und das, was im Labor passiert, ist dann quasi die Magie.

00:30:13: Warum würde man diesen nächsten Schritt angehen?

00:30:16: Naja, manchmal ist es so, dass das Sperma nicht genug bewegliche Spermien hat oder dass es einfach zu wenige Spermien gibt und da braucht man einfach nur dieses eine Spermium, was den ganzen Job macht,.

00:30:33: Ist natürlich dann auch im Bereich der Kosten deutlicher Unterschied.

00:30:40: Diese technische Methode hat also den Vorteil oder den Nachteil, weiß ich nicht, dass es unter normal mehr Kontrolle erfolgt.

00:30:51: Also das ist in den meisten Kinderwunschkliniken der Standard und hier erwartet man tatsächlich, dass die Erfolgsquote noch höher ist.

00:31:01: Überraschung, ja, sie liegt leider auch nur bei 30 bis 45 Prozent.

00:31:09: Warum?

00:31:09: Also das an sich wäre der erste Gedanke zu sagen, ach, wenn man auch noch gezielter da reinschiesst und so weiter, dann warum sollte es nicht funktionieren?

00:31:18: Das hat mich zunächst tatsächlich auch überrascht, weil ich dachte, man nimmt ja jetzt wirklich das perfekte Spermium, befruchtet das bereits, setzt es ein, was kann schiefgehen.

00:31:30: Aber der Fokus und damit der große Unterschied zur IVF liegt ja wirklich darin, dass es überhaupt zu einer Befruchtung kommt.

00:31:39: Bei der IVF ist es ja so, dass man die Spermien, die man entnommen hat bzw.

00:31:44: Die man gespendet bekommen hat, mit der Eizelle im Petri Glas alleine sich machen lässt und dann eben nach ein paar Tagen hofft, dass daraus eine Befruchtung entsteht.

00:31:57: Wenn man hier aber bei dem Prozess merkt, führt zu nichts, es kommt zu wenigen bis gar keinen Befruchtung, dann kann man eben überlegen, ob man die ICSI macht.

00:32:09: Was sie aber wiederum nicht verhindert oder nicht mindert, ist der Fakt, dass die Befruchtung zwar entstanden ist im Labor außerhalb des Körpers, aber trotzdem ja eine Weiterbildung im Körper dann trotzdem nicht entstehen kann.

00:32:26: Und man muss auch sagen, die Menschen, die sich für ein IVF oder für ein IC entscheiden, die haben oft das Spermium untersuchen lassen.

00:32:36: Das heißt, die wissen, okay, sind sie beweglich, sind sie ausreichend, dann würden wir uns für ein IVF entscheiden.

00:32:42: Wissen sie wiederum, dass es nicht der Fall ist, dann würden sie sich auf ICSI orientieren.

00:32:47: Das heißt, wir bleiben bei ähnlichen Erfolgsquoten, weil die Leute, die das brauchen, schon wissen, welche Methode passend ist.

00:32:55: Also verrückte und wunderbare Wissenschaft, das wäre die letzte Methode, die für heterosexuelle cis Pärchen möglich wäre.

00:33:07: Wiederum, und das ist selten, haben da Lesben einen Vorteil.

00:33:10: Es gibt noch eine weitere interessante Methode.

00:33:14: Diese Technik darf man aber nicht in Deutschland machen lassen, sondern zum Beispiel in Spanien oder Portugal.

00:33:21: Die ROPA Methode ist auch wieder ein Akronym, kommt von Reception of Oversights from Partner und wie der Name es sagt, beschreibt es einfach die Entnahme einer Eizelle von einem fremden Körper.

00:33:37: Das bedeutet, eine Person X spendet die Eizelle, die dann befruchtet wird, auch wieder künstlich außerhalb des Körpers und wird dann in die Person Y eingepflanzt.

00:33:49: Also eine sehr, sehr spannende Methode, die in dem Fall von einer Beziehung wie unsere ein bisschen wieder diese romantische Aspekt wieder mit sich bringt, Weil in dem Fall gibt es eine biologische Mutter und eine leibliche Mutter.

00:34:09: Die leibliche Mutter ist die Frau, die austragen wird.

00:34:13: Die biologische Mutter ist diejenige, die ihre Eizelle spendet und befruchtet kriegt, was aber.

00:34:20: Nicht bedeutet, dass in anderen Fällen die Mutter nicht die Mutter ist, möchte ich nur betonen.

00:34:26: Also die Dner von der spendenden Frau wird quasi an das Kind weitergegeben, aber die Schwangerschaft wird von der anderen Frau ausgelebt.

00:34:38: Deswegen kann man sagen, dass beide Mütter sich richtig an diesem Projekt körperlich beteiligen.

00:34:46: Also für mich finde ich das sehr schön, weil nicht nur Genetik eine Rolle spielt.

00:34:51: Ich finde, die austragende Mutter gibt dem Kind, auch wenn man da jetzt sagt, das ist nicht die Genetik, die sie mitgibt, sie gibt aber unglaublich viel mit.

00:35:01: Sie gibt alles von den äußeren Einflüssen mit.

00:35:04: Das heißt, wo sie sich tagsüber umtreibt, ob sie im Fitnessstudio ist und Sport macht, ob sie was sie isst, welche Musik sie hört, wie sie auf Emotionen reagiert.

00:35:16: Das sind alles Dinge, die mit dem Kind geteilt werden und ein Einfluss auf das Kind haben.

00:35:22: Das heißt, dem Kind was mitgeben und.

00:35:24: Ich habe mich reingelesen Und es gibt auch, was man epigenetische Prozesse nennt.

00:35:30: Das heißt, es geht nicht um die DNA selbst, sondern der Körper der Frau, die die befruchtete Eizelle annimmt, hat auch einen Einfluss auf die Genaktivität.

00:35:43: Trotzdem, das finde ich auch wunderbar.

00:35:45: Also krass, wusste ich gar nicht.

00:35:47: Ich finde diesen Prozess sehr, sehr schön, weil wir hier nicht nur von Genetik sprechen, sondern weil die austragende Mutter oder die austragende Person eben dem Kind ganz viel von den äußerlichen Einflüssen ihrer Welt mitgeben kann, sei es, welche Ernährung verfolgt die Person, wo hält sie sich auf, welche Geräusche kann das Kind wahrnehmen, welche Musik hört die Person etc.

00:36:15: Also alles, was das Kind jetzt schon mitbekommt.

00:36:19: Ja, das wäre in dem Fall von einem IVF oder von einer Insemination einfach eine einzige Person, die beides mitgeben würde.

00:36:29: DNA und alle diesen Einflüssen, die du gerade genannt hast.

00:36:35: Also für mich ist das ein bisschen ein Mysterium, da sollten wir uns vielleicht mehr belesen oder so.

00:36:41: Aber stell dir mal vor, bisher ist eine Mutter in Deutschland die Person, die austrägt.

00:36:49: Und damit geht man davon aus, dass sie auch die Person ist, die die DNA weitergibt.

00:36:57: Das heißt, die Mutter beinhaltet diese beiden Aspekte wiederum, wenn man das auseinandertrennt und dass eine Frau die DNA gibt, aber dass sie nicht diejenige ist, die austrägt.

00:37:13: Wer ist die richtige Mutter in Deutschland?

00:37:16: Also wir wissen, dass die Europamethode in Deutschland nicht erlaubt ist, das heißt, die rechtliche Frage stellt sich hier nicht, Aber wir wissen auch, dass mehrere Leute schon nach Spanien, nach Portugal geflogen sind, um dort genau diese Methode zu nutzen.

00:37:35: Wie machen Sie das?

00:37:36: Also ich bezweifle, dass eine Mutter, die ein Kind auf einer Geburtsstation bekommt, dass man das Baby testet, um zu checken, ob das genetisch der Mutter entspricht.

00:37:51: Das passiert einfach nicht.

00:37:52: Das heißt, Deutschland an sich widerspricht dich.

00:37:56: Aber gut, wir sind nicht mehr erstaunt, dass so was passiert.

00:38:00: Von all der Romantik, von der wir gerade gesprochen haben.

00:38:04: Zu dieser Methode ist sie aber auch nicht ganz ohne.

00:38:07: Das heißt, sie kommt mit ein paar Nachteilen, die tatsächlich auch dazu führen, dass man zweimal abwägt, ob man diese Methode wirklich macht.

00:38:20: Zum einen ist es ja natürlich mit dadurch, dass man ins Ausland muss, mit viel mehr Stress, Zeitmanagement, Kosten etc.

00:38:31: Verbunden.

00:38:32: Man kann sich das sehr gut vorstellen.

00:38:34: Aber was vielleicht nicht überall bekannt ist, ist, dass es eben auch zu einer Art Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklampsie führen kann.

00:38:43: Das bedeutet, weil das ja eine Fremdzelle ist, die gespendet wird, kann der eigene Körper, der diese Zelle annimmt, diese auch wieder abstoßen.

00:38:56: Und was mich aber besonders überrascht hat, als ich das damals erfahren habe, ist, dass dieser Schwangerschaftsabbruch eben nicht in diesen bekannten vulnerablen zwölf Wochen passiert, wo man, wo das ja schon häufiger sein kann, dass es zu einem Abbruch kommt, sondern tatsächlich viel viel später und deswegen eben für den Körper der Frau auch gefährlich sein kann, aber auch wahnsinnig für die Psyche.

00:39:23: Also was du dir da aussetzt, wenn es da tatsächlich im fünften, sechsten, späteren Monat zu einem Abbruch kommt, das ist nicht zu unterschätzen.

00:39:34: Profit.

00:39:35: Also einer der Gründe, warum es dazu führt, ist, dass es Bluthochdruck bei der Mutter verursacht und irgendwann muss man sich entscheiden.

00:39:43: Die einzige Lösung, um die Mutter zu retten, ist tatsächlich, sich von dem Baby zu trennen.

00:39:50: Das heißt, wenn es in dem achten Monat, neunten Monat passiert, dann kann man problemlos beide retten.

00:39:59: Sollte es aber früher in der Schwangerschaft stattfinden und die Frau kann einfach das Baby nicht weiter austragen, da muss man die Entscheidung treffen, das Baby von dem Körper der Frau zu trennen, ansonsten würden beide daran sterben.

00:40:16: Die Präklampsie ist echt eine dramatische Ausgang bei einer Geburt.

00:40:24: Es gibt auch weitere Risiken, die mit der Europamethode verbunden sind, wie zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes oder Frühgeburten.

00:40:33: Es kann auch öfter zu Kaiserschnitt führen, von daher muss man das alles abwägen, bevor man sich dafür entscheidet.

00:40:42: Es ist ein tolles Prozedere, habe ich auch sehr lange davon geträumt, aber ich muss sagen, dass diese Risiken nicht leicht zu nehmen sind.

00:40:58: Ich hatte auch ziemlich jung schon davon gehört und in meinem jugendlichen träumerischen Wahnsinn habe ich gedacht, das ist es, das möchte ich später mal machen und bin da auch ziemlich schnell von abgekommen, einfach weil wir in diesem Konzept oder in unserer Vorstellung ja gesagt haben, wir möchten gerne, dass du anfängst und mir vorzustellen, dass dir da irgendwas passiert.

00:41:24: Das Risiko war mir tatsächlich zu hoch.

00:41:27: Gleichzeitig habe ich mich aber auch gefragt, okay, wie hoch sind denn wirklich die Chancen, dass es klappt, wenn wir unter so enormen Stress sind, nämlich die Koordination mit der Arbeit, mit den Flügen, die Kosten, die dahinter stecken, also die Sorgen, die man sich dann wahrscheinlich auch macht.

00:41:43: Da kommen so viele Faktoren hinzu, wo ich ziemlich schnell gesagt Lass uns eine der anderen Methoden probieren, weil ich es sicherer für mich persönlich finde.

00:41:55: Und mir persönlich nimmt es nicht das Gefühl, dass ich weniger beteiligt bin an der Schwangerschaft oder an diesem ganzen Kinderwunsch,.

00:42:02: Was die Erfolgschancen der Ropa Methode Wir konnten einfach keine Zahlen finden und es ist ein IVF, aber mit einer externen Eizelle ist für mich auch nicht so, dass ich mir vorstellen kann, dass ich noch mehr Chancen auf eine Schwangerschaft habe als mit einem regulären IVF.

00:42:22: Das war eine Menge Informationen, aber vielleicht erstmal für die Ropa Das sind ähnliche Vor und Nachteile wie ein IVF, nur dazu, dass für ein lesbisches Paar das romantische beider Frauen involviert zu haben, im Sinne von körperlich involviert zu haben, schon ein großer Plus ist.

00:42:46: Man muss aber auch im Kopf haben, dass es mehr Organisation verlangt.

00:42:52: Man muss auf jeden Fall ins Ausland fliegen fahren, weil diese Methode nicht in Deutschland verfügbar ist und das bedeutet auch für den Körper mehr Herausforderung, weil die befruchtete Eizelle ein Fremdkörper ist.

00:43:10: OK, kommen wir zum Resümee von den ganzen Behandlungsmethoden, die wir vorgestellt haben.

00:43:16: Wir haben angefangen mit der Insemination, die, wenn man die anderen Methoden betrachtet, tatsächlich die einfachste Variante für uns als austragenden Personen ist.

00:43:28: Das bedeutet, wir brauchen Samen, sei es aus einer privaten Spende oder anonymen Spende und fügen diese unseren Körper hinzu, ob privat oder in einer Klinik und lassen dann einfach den Körper die Arbeit machen.

00:43:47: Die IVF ist die erste von den anderen drei Varianten, in dem tatsächlich eine Befruchtung außerhalb des Körpers stattfindet.

00:43:58: Das heißt, es bedeutet auch mehr Kontrolle seitens der Kliniken und das geht auch gar nicht mehr ohne Klinik.

00:44:05: Also ab hier befinden wir uns wirklich in einem Prozess mit den Kinderwunschkliniken.

00:44:12: Es bedeutet mehrere Eingriffe für den Körper der austragenden Personen.

00:44:19: Und in diesem Falle bei der IVF ist es so, dass man die Samen ihre Arbeit machen lässt.

00:44:25: Das heißt, man fügt sie der Eizelle hinzu und dann schaut man, was passiert, beobachtet das und fügt eine befruchtete Eizelle, sofern sie vorhanden ist, dem Körper der austragenden Person wieder hinzu.

00:44:38: Dann gibt es die ICSI, die auch eine IVF ist, also eine Befruchtung außerhalb des Körpers.

00:44:44: Und hier kann man von einer Turbobefruchtung sprechen, denn es wird ein einziges Samen genommen, was in die Eizelle direkt eingespritzt wird und damit befruchtet wird.

00:44:57: Und zu guter Letzt Europa auch wieder eine Art IVF, bei denen aber beide Frauen, wenn wir jetzt von der Konstellation eines lesbischen Paar sprechen, mit beteiligt sind, mit der Ausnahme, dass es in Deutschland hier nicht erlaubt ist.

00:45:15: Bei der Europa, ich betone normal, es geht um die Eizelle von einer zweiten Frau.

00:45:22: Also es wird nicht in dem Körper von einer Frau mit der eigenen Einzelnen gemacht.

00:45:30: In dieser Folge ging es also erstmal darum, einen Überblick zu bekommen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, als lesbisches Paar ein Kind zu bekommen und was sich hinter diesen ganzen Begriffen eigentlich verbirgt.

00:45:43: Und da merkt man vielleicht auch schon, es ist viel weniger schwarz weiß, als man denkt und deutlich komplexer, als wir auch selbst am Anfang erwartet hätten.

00:45:51: Für uns kam dann ziemlich schnell der Moment, an dem es nicht mehr nur ums Verstehen ging, sondern darum, aus all diesen Optionen eine echte Entscheidung zu treffen.

00:46:01: Welche Methode passt zu uns, was fühlt sich richtig an und was ist überhaupt in diesen ganzen Prozedere realistisch?

00:46:08: Und genau das ist Thema der nächsten Folge.

00:46:11: Wir nehmen euch mit in unseren Entscheidungsprozess und erzählen euch auch, wie unsere Suche nach einer Kinderwunschklinik abgelaufen ist und was dabei für uns den Unterschied gemacht hat.

00:46:21: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann schreibt uns super gerne oder teilt eure Gedanken mit uns.

00:46:26: Wir freuen uns immer von euch zu hören.

00:46:28: Ihr findet uns wie immer auf Social Media unter Mamas in der Mache.

00:46:33: Danke fürs Zuhören.

00:46:34: Wir sind Kate und Lisa und das war Mamas in der Mache.

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